Deutsches Nationaltheater Weimar
Die Generalsanierung des Haupthauses des Deutschen Nationaltheaters Weimar umfasst die denkmalgerechte Instandsetzung und Erweiterung des historischen Gebäudes am Theaterplatz, das als Einzeldenkmal Teil des Ensembles der Altstadt Weimar ist und eine herausragende kulturelle sowie geschichtliche Bedeutung besitzt.
Das Generalplanungsteam von Studio Qwertz hat beim Wettbewerbsverfahren gemeinsam mit zwei weiteren Bewerbern den dritten Platz belegt. Im Zuge des anschließenden Vergabeverfahrens wurden Varianten zu einzelnen Bereichen des Konzepts erarbeitet.
Das architektonische Konzept von Studio Qwertz verfolgt das Ziel, das Deutsche Nationaltheater Weimar als bedeutendes Kulturdenkmal behutsam zu erneuern, zugleich für eine langfristige und zukunftsfähige Nutzung weiterzuentwickeln und an die aktuellen Standards des Theaterbaus anzupassen. Der historische Charakter des Gebäudes wird durch eine umfassende denkmalgerechte Sanierung bewahrt und durch zeitgemäße architektonische Maßnahmen funktional und technisch auf den aktuellen Stand gebracht. Zentrale Bestandteile des Konzepts sind die Optimierung der Raumstrukturen, die Verbesserung von Akustik, Sichtbeziehungen und Barrierefreiheit sowie die Schaffung neuer, flexibel nutzbarer Bereiche. Darüber hinaus wird die gesamte Bühnentechnik erneuert. Das Gebäude soll stärker in den Stadtraum eingebunden werden und durch offene, öffentlich zugängliche Zonen belebt werden. Insgesamt verbindet das Konzept die Anforderungen von Denkmalpflege, Funktionalität und Nachhaltigkeit zu einer ausgewogenen Gesamtstrategie.
Die geplante Aufstockung wird als klar ablesbarer, zeitgenössischer Baukörper ausgebildet, der sich in Maßstab, Proportion und Materialität sensibel in das historische Ensemble einfügt. Die zusätzliche Höhe schafft die erforderlichen Raumreserven für Bühnentechnik und Kulissenlager, ohne die städtebauliche Wirkung des Theaters zu beeinträchtigen. Die Fassadengestaltung nimmt Bezug auf die bestehende Gliederung des Bestands und lehnt sich an die prismatische Gestaltung des denkmalgeschützten Zuschauersaals der 70er Jahre an. In zeitgemäßer Formensprache gibt sie dem Deutschen Nationaltheater Weimar einen individuellen Charakter und schafft einen hohen Wiedererkennungswert im südwestlich angrenzenden Stadtraum.